Erläuterung

1. Überblick

Es gehört zu den Aufgaben des IAB, die Fachkräfte der Bundesagentur für Arbeit sowie die interessierte Öffentlichkeit über arbeitsmarkt- und beschäftigungsrelevante Entwicklungen von Berufen zu informieren. "Berufe im Spiegel der Statistik" veröffentlicht daher regelmäßig Daten über berufliche Teilarbeitsmärkte. Im Mittelpunkt stehen die Erwerbsberufe im Sinne ausgeübter beruflicher Tätigkeiten, unabhängig von der absolvierten Ausbildung.

Beispiel: Unter der Berufsordnung 602 werden, unabhängig von der formalen Qualifikation, Daten für alle Beschäftigten ausgewiesen, die eine Tätigkeit als Elektroingenieur/in ausüben. In der betrieblichen Realität sind das nicht nur einschlägig an den Fachhochschulen und Universitäten Ausgebildete, sondern zum Teil auch Personen mit anderen beruflichen Bildungsabschlüssen (etwa Techniker/innen), die auf entsprechenden Arbeitsplätzen eingesetzt werden. Ähnliches gilt für Arbeitslose: Unter der Berufsordnung 602 werden Daten für alle Arbeitslosen ausgewiesen, die eine Tätigkeit als Elektroingenieur/in anstreben und hierfür geeignet sind, unabhängig von der formalen Qualifikation (1). Dies sind ebenfalls nicht nur an Fachhochschulen und Universitäten Ausgebildete, sondern zum Teil auch Personen mit anderen beruflichen Bildungsabschlüssen, die sich für eine Tätigkeit als Elektroingenieur/in auf andere Weise qualifiziert haben und insofern zu Recht diesen Vermittlungswunsch angeben. Andererseits haben nicht alle Arbeitslosen mit abgeschlossenem Studium der Elektrotechnik an Fachhochschulen und Universitäten den Vermittlungswunsch "Elektroingenieur/in", da diese zum Teil auch andere Tätigkeiten, z.B. im Verwaltungs- oder Managementbereich, anstreben.

Diese Differenzierung zwischen Ausbildungsfachrichtung und angestrebter (oder ausgeübter) Tätigkeit ist insbesondere auch bei den dargestellten Strukturdaten zu wirtschafts-, sozial-, geistes- und naturwissenschaftlichen Berufen zu beachten, die nicht identisch sind mit den entsprechenden Studienabschlüssen. Regionaler Bezug Die Daten beziehen sich auf das Bundesgebiet "Ost" (einschließlich Berlin) und "West" (ohne Berlin) sowie das Bundesgebiet insgesamt und für ausgewählte berufliche Aggregate auch auf die einzelnen Bundesländer. Ebenso ist für ausgewählte berufliche Aggregate die Eingrenzung auf Personen mit Hochschulabschluss möglich. Die Daten sind in Zeitreihenform aufbereitet, sodass Entwicklungstrends und strukturelle Veränderungen deutlich werden. Datenbasis Die Daten zur Beschäftigung basieren auf der Beschäftigtenstatistik der Bundesagentur für Arbeit und nicht auf der möglichen Alternative Mikrozensus. Das hat zwei Gründe:

  1. Der Mikrozensus verwendet seit 1992 eine neue Berufssystematik (2), die zum Teil die Verknüpfung mit der noch auf der Berufsklassifikation von 1988 (3) beruhenden Arbeitslosenstatistik erschwert bzw. unmöglich macht.
  2. Bei der Beschäftigtenstatistik handelt es sich – anders als beim Mikrozensus – nicht um eine Stichprobe, sondern um eine Vollerhebung. D.h., die mit der Verwendung des Mikrozensus häufig einhergehenden Probleme der nicht ausreichenden Besetzung eines Berufs entfallen hier weitgehend.

Allerdings hat der Rückgriff auf die Beschäftigtenstatistik eine weitreichende Implikation, die bei der Interpretation der Daten stets berücksichtigt werden muss: Im Gegensatz zum Mikrozensus, der alle beruflichen Statusgruppen umfasst, enthält die Beschäftigtenstatistik nur Informationen zu den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten (siehe hierzu die Übersicht nach dem Mikrozensus). Verknüpfung von Beschäftigten- und Arbeitslosenstatistik Die Informationen zur Beschäftigung werden mit denen zur Arbeitslosigkeit nach Berufen zusammengeführt. Hierfür wurden die zugrundeliegenden Statistiken – Beschäftigten- und Arbeitslosenstatistik – auf der Basis der berufssystematischen Einheiten miteinander verknüpft. Dieses Vorgehen ist ­– mit Blick auf das unterschiedliche Verfahren bei der beruflichen Zuordnungen von Erwerbstätigen bzw. Arbeitslosen – nicht unproblematisch: bei der Beschäftigtenstatistik durch die Betriebe, bei der Arbeitslosenstatistik durch die Fachkräfte der Bundesagentur für Arbeit. Deutlich wird das bei den Arbeitslosenquoten, die vor allem über den Zeitvergleich einen wichtigen Indikator zur Entwicklung der Arbeitsmarktsituation in den Berufen darstellen. Bei einigen wenigen Berufen mit extremen Ausprägungen der Arbeitslosenquoten ist nicht auszuschließen, dass hier möglicherweise unterschiedliche berufliche Zuordnungen bei den betreffenden Statistiken eine Rolle spielen. Aggregationsebenen Die Daten werden für verschiedene Aggregate von Erwerbsberufen bzw. Zielberufen der Arbeitslosen ausgewiesen, nämlich für:

  • 3 Berufsbereiche, 20 Berufsfelder – diese kommen in der amtlichen "Klassifizierung der Berufe" nicht vor, wurden aber in Anlehnung an diese Klassifikation gebildet. Die Zuordnung zu den drei Bereichen (produktionsorientierte Berufe, primäre/sekundäre Dienstleistungsberufe) erfolgte in Anlehnung an die Tätigkeitsschwerpunkte in den Berufsgruppen nach den Angaben im Mikrozensus. Die nächste Ebene bilden die Berufsfelder (z. B. Metall-, Elektroberufe). Die Berufsfelder umfassen Berufe (i.d.R. Berufsgruppen), die Gemeinsamkeiten aufweisen im Hinblick auf die Arbeitsaufgabe bzw. die Tätigkeit, die Art des verwendeten Materials, das Berufsmilieu oder die allgemeinen Arbeitsanforderungen.
  • 83 Berufsgruppen, die auch in der amtlichen "Klassifizierung der Berufe" enthalten sind (= Zweisteller der Berufssystematik). Zu Berufsgruppen sind Berufe zusammengefasst, die hinsichtlich der Arbeitsaufgabe bzw. Tätigkeit, der Art des verwendeten Materials oder des Berufsmilieus fachlich näher zueinander gehören. (Bei Einschränkung auf ein Bundesland werden die Daten für 44 Berufsgruppen ausgewiesen.)
  • 319 Berufsordnungen, die gegenwärtig in der Beschäftigtenstatistik die größtmögliche berufliche Differenzierung bieten (= Dreisteller der Berufssystematik). Die darin zusammengefassten Berufsklassen bzw. Berufsbenennungen sind nach dem Wesen ihrer Berufsaufgabe gleichartig. (Bei Einschränkung auf ein Bundesland werden die Daten für 55 Berufsordnungen ausgewiesen.)

Diese verschiedenen Aggregationsebenen sollen an einem Beispiel exemplarisch verdeutlicht werden.

Beispiel:

Berufsbereich
01-54 Produktionsorientierte Berufe
(ohne 52 = Warenprüfer,Versandfertigmacher)

darunter: Berufsfeld
01-06 Agrar-, grüne Berufe

darunter: Berufsgruppe
05 Gartenbauer/innen

darunter: Berufsordnung
051 Gärtner,Gartenbauer
052 Gartenarchitekten/innen, Gartenverwalter/innen
053 Floristen/innen.

Um die Bezeichnungen der Berufsordnungen aussagefähiger zu gestalten, werden sie gegenüber der amtlichen Klassifikation zum Teil leicht modifiziert bzw. um gängige und weiter differenzierende Berufsbenennungen u.ä. ergänzt.

Der Veröffentlichung liegt das "Konzept der differenzierten Information zur Beurteilung von Beschäftigungsaussichten" zugrunde, das vom IAB als Alternative zur Berufsprognose entwickelt wurde (4). Es geht davon aus, dass beschäftigungsrelevante Struktur- und Entwicklungsdaten aus der Vergangenheit auch Hinweise auf künftige, möglicherweise kritische Konstellationen auf beruflichen Teilarbeitsmärkten geben. Beispielsweise kann die Altersstruktur der Angehörigen eines Berufs auf eine geringe Ersatznachfrage in den nächsten Jahren hindeuten oder der Bestand und die Bestandsentwicklung eines Berufs können die Aufnahmefähigkeit des (berufsspezifischen) Teilarbeitsmarktes beeinflussen.

2. Merkmalserläuterungen

Beschäftigung (Quelle: Beschäftigtenstatistik; Stand 2012)

Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte

Merkmale Erläuterungen
Bestand:
Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in einem Beruf sowie deren Entwicklung, dargestellt in Maßzahlen
(Ausgangsjahr = 100).

Angegeben wird die Zahl aller deutschen und ausländischen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in einem Beruf (ohne Personen in Ausbildung; Stichtag jeweils 30.06.).
Personen in Ausbildung sind in diesem Zusammenhang Auszubildende, Praktikanten und Werkstudenten (Personengruppenschlüssel 102, 105, 106 und 141 bei der Meldung der Arbeitgeber zur Sozialversicherung).

Beschäftigtengruppen

Merkmale Erläuterungen
Frauen:
Anteil der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Frauen an allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in einem Beruf.
 
Ausländer:
Anteil der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Ausländer an allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in einem Beruf.
 
Alter:
Verteilung der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in einem Beruf nach Altersgruppen in Prozent:
  • unter 25 Jahre
  • 25 bis unter 35 Jahre
  • 35 bis unter 50 Jahre
  • 50 Jahre und älter.
Arbeitszeit:
Anteil der sozialversicherungspflichtig Teilzeitbeschäftigten an allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in einem Beruf in Prozent:
  • unter 18 Stunden
  • 18 Stunden und mehr.

Angegeben wird der Anteil derjenigen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, die wöchentlich

  • unter 18 Stunden beschäftigt sind. 
  • 18 Stunden und mehr, aber nicht - entsprechend der betriebsüblichen oder tariflich vereinbarten Wochenarbeitszeit - vollzeitbeschäftigt sind.
Beruflicher Ausbildungsabschluss:
Verteilung der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in einem Beruf nach beruflichem Ausbildungsabschluss in Prozent:
 
  • ohne abgeschlossene Berufsausbildung
  •  Berufsangehörige, die weder eine betriebliche Berufsausbildung noch eine Ausbildung an einer berufsbildenden Schule oder Hochschule abgeschlossen haben
  • mit abgeschlossener Berufsausbildung
  •  Berufsangehörige, die eine Lehr- oder Anlernausbildung und/oder eine Ausbildung an einer Berufsfach- oder Fachschule abgeschlossen haben.
  • darunter: mit Abitur
  • Berufsangehörige mit Abitur, die eine Lehr- oder Anlernausbildung und/oder eine Ausbildung an einer Berufsfach- oder Fachschule abgeschlossen haben.
  • mit Fachhochschulabschluss
  • Berufsangehörige, die ein Studium an einer Fachhochschule abgeschlossen haben. Ein Fachhochschulabschluss umfasst auch den Abschluss der früheren höheren Fachschule.
  • mit Universitätsabschluss
  • Berufsangehörige, die ein Studium an einer Wissenschaftlichen Hochschule abgeschlossen haben.
  • berufliche Ausbildung unbekannt.
  • Berufsangehörige, für die von den meldenden Betrieben keine Angaben zum beruflichen Ausbildungsabschluss gemacht wurden. 

Mittleres Bruttoarbeitsentgelt

Merkmale Erläuterungen
Mittleres monatliches Bruttoarbeitsentgelt (Median) für Vollzeitbeschäftigte nach Geschlecht und insgesamt Dargestellt wird der Median des monatlichen Bruttoarbeitsentgeltes in Euro für Vollzeitbeschäftigte (ohne Auszubildende) zum Stichtag 31.12.. Liegt der Wert über der jeweiligen Beitragsbemessungsgrenze, wird dies durch das Größer-Zeichen „>“ veranschaulicht. Der berechnete Wert ist somit nur eine theoretische Untergrenze; der tatsächliche Wert liegt – zum Teil deutlich – darüber. Für 2011 liegen aufgrund der Umstellung zur neuen Berufsklassifikation KldB2010 keine Werte vor. Ausführliche methodische Hinweise zu den Daten und zur Berechnung befinden sich auf den Seiten der Statistik der BA unter http://statistik.arbeitsagentur.de/nn_280848/Statischer-Content/Grundlagen/Methodische-Hinweise/BST-MethHinweise/Entgelt-meth-Hinweise.html
Bei der hier vorliegenden Berechnung werden weder Qualifikation, Stellung im Betrieb, Überstunden, Berufserfahrung noch weitere Entgelt bestimmende Faktoren wie z.B. die in den einzelnen Berufsaggregaten enthaltenen Einzelberufe berücksichtigt. Es darf deshalb nicht daraus geschlossen werden, dass die ausgewiesene Differenz zwischen den Geschlechtern für die selbe Tätigkeit besteht

Branchenstruktur

Merkmale Erläuterungen
Verteilung der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in einem Beruf nach wirtschaftsfachlichen Schwerpunkten des Beschäftigungsbetriebes in Prozent. Die Bezeichnung und Aggregation der Wirtschaftszweige basiert für die Jahre bis 2002 auf der "Klassifikation der Wirtschaftszweige für die Statistik der Bundesanstalt für Arbeit" (Ausgabe 1996). Diese baut auf der Systematik der Wirtschaftszweige in der Europäischen Gemeinschaft auf (NACE Rev.1). Von 2003 bis 2008 wird auf die "Klassifikation der Wirtschaftszweige" (Ausgabe 2003) zurückgegriffen. Die Veränderungen zwischen den beiden Ausgaben sind im abgebildeten Grobraster nicht besonders umfangreich. Ab 2009 wird die Klassifikation der Wirtschaftszweige Ausgabe 2008 (WZ 2008) verwendet. Diese weist erhebliche Unterschiede zu den vorherigen Ausgaben auf. Es wurde versucht, eine Zuordnung analog zu den Vorjahren abzubilden. Dies ist jedoch nur eingeschränkt möglich. Eine durchgehende Zeitreihe liegt somit nicht vor!

Arbeitslosigkeit (Quelle: Arbeitslosenstatistik)

Arbeitslose mit diesem Zielberuf

Merkmale Erläuterungen
Bestand:
Zahl der Arbeitslosen mit diesem Zielberuf sowie deren Entwicklung, dargestellt in Maßzahlen
(Ausgangsjahr = 100).

Angegeben wird die Zahl aller als arbeitslos gemeldeten deutschen und ausländischen Arbeitlosen mit diesem Zielberuf (jeweils Berichtsmonat Juni). Ab 2005 wird ein Teil der Arbeitslosen im Rechtskreis SGB II von zugelassenen kommunalen Trägern betreut. Für diesen Teil der Arbeitslosen liegen keine Angaben zum Zielberuf vor; sie sind daher in den Daten nicht enthalten.

Wichtig: Im April 2011 wurde die zugrundegelegte Berufsklassifikation überarbeitet und dabei die Helferberufe neugeordnet. Aufgrund dieser Überarbeitung wurden viele Arbeitslose, die eine Helfertätigkeit anstrebten, neuen beruflichen Aggregaten zugeordnet, obwohl in der Realität keine Veränderung stattfand. Die Werte der betroffenen Einheiten für das Jahr 2011 werden daher kursiv dargestellt. Es gilt zu beachten, dass Vergleiche mit den Vorjahreswerten nicht oder nur eingeschränkt

Arbeitslosenquote

Merkmale Erläuterungen
Arbeitslose mit diesem Zielberuf in Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in diesem Beruf plus Arbeitslose mit diesem Zielberuf, differenziert nach dem Geschlecht.(5) Bei der Berechnung der berufsspezifischen Arbeitslosenquoten wird als Bezugsgröße von den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten - ohne Beschäftigte in Ausbildung - ausgegangen. Im Gegensatz zu den "abhängigen zivilen Erwerbspersonen", als offizielle Bezugsgröße der Bundesagentur für Arbeit, werden bei den berufsspezifischen Quoten demnach Beamte und Auszubildende nicht berücksichtigt. Bei den Informationen nach Bundesländern werden keine Quoten berichtet, da durch starke Pendlerbewegungen verzerrte Quoten entstehen könnten, insbesondere bei kleineren Bundesländern.

Arbeitslosengruppen

Merkmale Erläuterungen
Frauen:
Anteil der arbeitslosen Frauen an allen Arbeitslosen mit diesem Zielberuf.
 
Ausländer:
Anteil der arbeitslosen Ausländer an allen Arbeitslosen mit diesem Zielberuf.
 
Alter:
Verteilung der Arbeitslosen mit diesem Zielberuf nach Altersgruppen in Prozent:
  • unter 25 Jahre
  • 25 bis unter 35 Jahre
  • 35 bis unter 50 Jahre
  • 50 Jahre und älter.
 
Beruflicher Ausbildungsabschluss:
Verteilung der Arbeitslosen mit diesem Zielberuf nach beruflichem Ausbildungsabschluss in Prozent:
Es handelt sich um den jeweils letzten beruflichen Ausbildungsabschluss. Für die Jahre 2006 bis 2008 liegen diese Informationen nicht vor.
  • ohne abgeschlossene Berufsausbildung
  • mit abgeschlossener Berufsausbildung
        davon:
    • mit Lehre
    • mit Berufsfachschulabschluss
    • mit Fachschulabschluss
  • mit Fachhochschulabschluss
  • mit Universitätsabschluss.
Ab 2010 liegen die Informationen für die Kategorien "mit Lehre", "mit Berufsfachschulabschluss" und "mit Fachschulabschluss" nicht mehr vor.
Dauer:
Anteil der Arbeitslosen, die ein Jahr und länger arbeitslos sind (= Langzeitarbeitslose), an allen Arbeitslosen mit diesem Zielberuf.
 

3. "Vorläufigkeit" der Ergebnisse

Generell ist zu beachten, dass die Stichtagsergebnisse zunächst als vorläufige Ergebnisse zur Verfügung gestellt werden. Falls erforderlich werden die Werte innerhalb eines Zeitraums von drei Jahren nach dem Stichtag berichtigt, d.h. bis dahin ist die "befristete Vorläufigkeit der Ergebnisse" zu beachten. Ergibt sich innerhalb von drei Jahren nach dem jeweiligen Stichtag kein Berichtigungsbedarf, erhalten die Ergebnisse automatisch den Status "endgültige Ergebnisse". Diese Berichtigung ergibt sich durch verspätete An- und Abmeldungen zur Sozialversicherung, die bei jeder neuen Zählung zu einer Berichtigung der bislang ausgewiesenen Zahlen führen können.


4. Fußnoten

  1. Von diesem allgemeinen Prinzip wurde nur bei den Berufen Arzt und Apotheker (Berufsgruppe 84), Hochschul-, Gymnasiallehrer (Berufsordnungen 871 und 872) sowie bei den geistes- und naturwissenschaftlichen Berufen (Berufsordnungen 882 und 883) abgewichen: Hier wurden nur die Daten zu Personen mit Hochschulabschluß zugelassen. Angaben zu Personen mit anderen Bildungsabschlüssen dürften bei diesen Berufen auf Fehlcodierungen zurückzuführen sein. Durch diese Vorgehensweise weicht die Summe der Absolutzahlen der Berufsordnungen bzw. -gruppen von den in den höheren Aggregaten ausgewiesenen Absolutzahlen ab. Diese Einschränkung gilt nicht für die Arbeitslosenzahlen der Jahre 2006 bis 2008, da für diesen Zeitraum keine Angaben zur Qualifikation vorliegen.
  2. Vgl.: Statistisches Bundesamt, Hg., Personensystematik. Klassifizierung der Berufe. Systematisches und alphabetisches Verzeichnis der Berufsbenennungen, Wiesbaden 1992
  3. Vgl.: Bundesanstalt für Arbeit, Hg., Klassifizierung der Berufe. Systematisches und alphabetisches Verzeichnis der Berufsbenennungen, Nürnberg 1988
  4. Zum Konzept der differenzierten Information vgl. ausführlich: Chaberny A./ Schober K., Risiko und Chance bei der Ausbildungs- und Berufswahl. Das Konzept der differenzierten Information über Beschäftigungsaussichten, in: Mertens D., Hg., Konzepte der Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. Eine Forschungsinventur des IAB, (Beiträge zur Arbeitsmarkt- und Berufsforschung 70) , Nürnberg 1988 (3. überarbeitete Auflage)
  5. Für die Berufsordnungen "881 Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Berufe, Statistiker/innen" und "882 Geisteswissenschaftliche Berufe" werden keine Arbeitslosenquoten ausgewiesen. Da nur ein kleiner Anteil der studierten Betriebs- und Volkswirte bzw. Geisteswissenschaftler in ihrer Tätigkeit diesen Berufsordnungen zugeordnet werden, würde dies sonst zu überzeichneten Arbeitslosenquoten führen.